Fürchtet euch nicht, und habt keine Angst!
Seid mutig und stark! (Jos 10,25)
Kommentar von Pfarrer Matthias Schmid, Klinikseelsorger aus Gießen
Alltag in der Katastrophe
Fast achthundert Meter unter der Erde und bei dreißig Grad müssen die Bergleute in der chilenischen Zeche bis Weihnachten, vielleicht, ausharren. Beklemmend. Finde ich. Aber die Hilfe ist schon unterwegs. Und es gibt gute Chancen alle heil nach oben zu bringen.
Wichtig ist, dass sie die Hoffnung, den Mut und Ihre Kräfte nicht verlieren. Was hilft da? Beten? Ganz sicher hilft auch beten, davon bin ich fest überzeugt. Wissenschaftler, die untersuchen, wie Menschen sich verhalten, die von der Außenwelt abgeschnitten sind, sagen, es ist wichtig das zu machen, was man sonst im Alltag auch machen würde. Morgens sich begrüssen, frühstücken, zum Tagesanfang beten oder den üblichen Familienritus zum Morgen, singen, arbeiten, versuchen freundlich zu sein, auch wenn die Laune grad unten ist...
Ich finde das bemerkenswert, so mit einer bedrohlichen Situation umzugehen. Geht das, frage ich mich. Nun, was ist sonst zu tun, wenn ich dem Tod ins Angesicht sehen muß? Was würde ich tun, wenn ich dort unten wäre...?
Ich wünsche den Bergleuten, dass das Beste von jedem Mann da unten allen hilft ihre Angst und Not zu meistern. Auch denen, die oben bangen und warten. Gottes Segen und Glückauf der Rettungsbohrung.